Die Hintergründe der Iran Absage

Bei der Routenplanung für die 2. Tour des Stayriders war eines klar: Er möchte den Iran sowie seine Bevölkerung näher kennenlernen. Schweren Herzens musste er gerade diese Etappe dann kurzfristig absagen. 

Es war alles bereits geplant und vorbereitet gewesen. Der #stayrider hatte sich im Vorhinein bereits ein Visum für den Iran ausstellen lassen, da er dieses Land unbedingt durchfahren wollte. Sein Hauptbeweggrund war die Frage „Was ist der Iran und was macht ihn aus?“, ist es die Politik, das Land, oder die Bevölkerung? Primär ging es ihm bei diesem Abenteuer um die Menschen. Jürgen wollte die Menschen im Iran kennenlernen, um zugleich mehr über das Land zu erfahren. 

Der Plan stand: Der Stayrider wollte von Armenien aus den Iran Richtung Irak durchqueren. Über Kontakte, die er sich in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, aufgebaut hatte, erhielt er Verbindungen in den Iran. Nach unzähligen Telefonaten und Gesprächen musste Jürgen den Iran aber bedauerlicherweise von seiner Länderliste streichen. Warum genau?

Die Personen, mit denen sich Jürgen im Iran ausgetauscht hatte, hatten ihm diesen Teil der Tour tunlichst abgeraten, um nicht zu sagen: „verboten“. Auf der einen Seite natürlich seiner eigenen Gesund- und Sicherheit wegen, auf der anderen Seite auch um keine zivilen Personen zu gefährden. Im muslimischen Glauben wird jeder unangekündigte Besuch als Besuch Gottes gesehen. –Tarni Misafiri“ ist neben der extremen Hilfsbereitschaft ein Grund für die unglaubliche Gastfreundschaft, die der Stayrider auch in der Türkei sowie im Irak erleben durfte.– 

Im Iran besteht jedoch ein theoretisches Risiko, dass die Gastgeber in weiterer Folge wegen Verdacht auf Spionage inhaftiert werden. Derartige Fälle sind dokumentiert. Jürgen konnte somit sein Vorhaben, das iranische Volk kennenzulernen, nicht verfolgen und entschied sich gegen eine Ein- und Durchreise. Dadurch schützte sich der Stayrider nicht nur selbst, sondern vor allem die iranische Bevölkerung, denn

„sie werden dich immer empfangen, auch wenn sie wissen, dass es gefährlich ist.“ 

Die Planänderung fiel Jürgen alles andere als leicht. In einer kurzen Videobotschaft an die Familie erklärte er nach der Entscheidung beinahe mit Tränen in den Augen, wie schwer ihm dieser Entschluss gefallen und wie unendlich traurig er sei, diese Erfahrungen nicht machen zu können. 

Weiters musste selbstverständlich die Route geändert werden. Nachdem zwischen Armenien und der Türkei seit ungefähr 30 Jahren keine Grenzübergänge mehr geöffnet sind, blieb dem Stayrider nichts anderes übrig als ein Stück des Weges zurück zufahren und über Georgien neuerlich in die Türkei einzureisen. Grund für die gesperrten Grenzübergänge sind anhaltende Spannungen zwischen den beiden Ländern. Auch über diesen Konflikt hat Jürgen in letzter Zeit viel erfahren. Mehr dazu wird es in einem neuen Update geben.